Was ist „Fair“ an SLOKOFFIE?

By Thomas Riedel-Fricke

 

Bio-Kaffee wird in dieser Region gelebt

Zur Zeit unseres Besuchs Ende November 2016 wurden bereits die ersten Kaffees geerntet, jedoch zuerst nur die Lagen unter 1.000 Höhenmeter. Wir konnten sehen, riechen und schmecken was in den Tagen mit dem geernteten Kaffee geschah.

Das Fruchtfleisch, die Cascara, wird von der Kaffeebohne (immer zwei pro Kaffeekirsche) im sogenannten Wet Milling Prozess getrennt.

Aus diesem Prozess entstehen drei verschiede Produkte:

  • die noch nasse Kaffeebohne
  • das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche
  • das Abwasser

Die Kaffeebohnen werden sofort nach dem Wet Milling Prozess im Patio zum trocknen ausgelegt. Der Trocknungs­prozess ist klar strukturiert und kontrolliert, auch der Prozess des weiteren Trocknens im Sonnentrockner.

Maßgeblich für die Qualität, so lernen wir, ist dass der Kaffee von innen nach außen trocknet, also der Kern keine Restfeuchte behält, die den Geschmack und die Qualität negativ beeinflusst.

Das Fruchtfleisch, die Cascara, wird gesammelt und entweder getrocknet um daraus den Cascara Tee zu gewinnen, einem stark koffeinhaltigen und sehr fruchtigen Getränk, oder kom­postiert um es als Dünger auf den Kaffeefeldern wieder zu verwenden.

Das Abwasser des Wet Milling Prozesses wird bei CAFICO aufwendig gereinigt und der Anlage zur weiteren Verwendung wieder zugeführt.

Das alles ist sehr arbeitsintensiv, es wird eigentlich 24 Stunden durchgearbeitet, immer ist jemand vor Ort um Schritte durch­zuführen oder zu überwachen. Kaffee wird in dieser Region gelebt, es ist ein Teil der Kultur. Trotz der Belastung herrschte während unseres Aufenthalts eine lockere fröhliche Stimmung. Walter und Sergio leben quasi während der Erntezeit von November bis Mai auf dem Gelände von CAFICO.